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Bad Saarow (moz) Arbeiter haben auf dem Gelände des einstigen NVA-Clubs am Stein in Bad Saarow den Bewuchs gelichtet. Dort sollen ein buddhistisches Wohnprojekt und Zentrum für spirituelle Begleitung entstehen – mit mehreren Gebäuden, die unterirdisch durch einen gemeinsamen Technik-Bereich verbunden sind – ein Millionen-Projekt.
„Wir planen ein Niedrigenergiehaus unter Verwendung von natürlichen Materialien und umweltverträglichen Produkten entsprechend den zeitgemäßen Normen ökologischen Bauens“, sagt Heinz Siepmann, ehrenamtlicher Vorstand der Tertön Sogyal Stiftung. Die folgt den Lehren von Sogyal Rinpoche, Autor des spirituellen Klassikers „Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben“, das auch Pflegepersonal, Ärzte und andere Berufstätige im Gesundheitswesen intensiv nutzen.
„Der Autor steht dem Dalai Lama sehr nahe“, sagt Siepmann. Auf dem knapp 8000 Quadratmeter großen Wassergrundstück am Karl-Marx-Damm können etwa 1500 Quadratmeter bebaut werden – 2,5 geschossig, sodass eine Nutzfläche von bis zu 4000 Quadratmetern entsteht. „Die Lage ist ideal: Zu Fuß geht es zur Therme, zum Einkaufen, zum Krankenhaus sowie zum Bahnhof“, sagt Heinz Siepmann. Jetzt beginne die Planungsphase. „Wir wollen die maßgeblichen Stellen so früh wie möglich einbeziehen, um möglichst viele Aspekte und Anliegen in unsere Planung zu integrieren.“
Die Stiftung will in dem Komplex Bad Saarow dreierlei Bereiche anbieten:
– Betreuung und Pflege: Dabei liege der Schwerpunkt in der spirituellen Betreuung in Kooperation mit ortsansässigen Pflegediensten und Ärzten. Der Pflegebereich habe etwa 12 Betten.
– Fortbildung und Schulung: Das Rigpa-Kurs- und Studienprogramm sei überkonfessionell und basiere auf den universellen Prinzipien von Liebe, Mitgefühl, Geduld, Toleranz, Vergebung und Verantwortungsbewusstsein für sich und andere.
– Leben in Gemeinschaft: Das Zentrum bietet die Möglichkeit für Praktizierende des tibetischen Buddhismus, unter Gleichgesinnten in einer spirituellen Umgebung zusammenzuleben, organisiert in Form eines Mehrgenerationenhauses. Dabei seien Ältere besonders willkommen.
Gesamt-Projektleiterin ist Dr. Almut Göppert – eine Strahlentherapeutin, die schon zu Beginn ihres Medizinstudiums die Hospizbewegung unterstützte und schließlich in die Palliativmedizin wechselte, die Sterbenskranken ein möglichst schmerz- und symptomarmes Lebensende gewähren will. Es gebe verschiedene Arten von Leiden – körperliches, seelisches, soziales und spirituelles, sagt die Ärztin. „Die ersten drei können Palliativmedizin und Hospizbewegung lindern; aber auf die Frage nach dem Sinn gibt es da nichts Handfestes.“ Darauf habe sie persönlich in dem tibetischen Buch viele Ansätze gefunden, die Sinnfrage zu beantworten. „Und man muss nicht Buddhist sein, um Nutzen aus Meditationsübungen, Achtsamkeit und Mitgefühl zu ziehen.“
Das Saarower Zentrum habe nicht den Anspruch zu missionieren. „Wir wollen Menschen in einem inneren Prozess unterstützen – zum Beispiel in Krisensituationen wieder einen Lebenssinn zu finden“, sagt Dr. Almut Göppert. Jeder sei willkommen, ergänzt Heinz Siepmann; „wahrscheinlich kommen aber zunächst vor allem Leute, die sich schon mit dem Buddhismus befasst haben.“ Er hoffe, dass das Haus über seinen guten Ruf dann viel mehr Interessierte anspricht.
Das Millionen-Projekt werde über Spenden finanziert, sagt Siepmann. „Uns ist es ein großes Anliegen, dass dort jeder hinkommen kann, egal welchen finanziellen Hintergrund er hat.“ Deshalb werde voraussichtlich auch der laufende Betrieb über Spenden unterstützt. „Das Geld, das Projekt zu verwirklichen, ist vorhanden.“ Ziel sei, 2012 zu bauen und 2013 zu eröffnen.
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